Quartiersleute



Quartiersmann - Eine Hamburger Bezeichnung für einen Lagerunternehmer.

Quartiersleute sind selbstständige Lagerhalter, die auf "fremde Rechnung", d.h. im Auftrag des Kaufmanns, Waren einlagern, begutachten, reinigen und sortieren. Mit ihren breiten Warenkenntnissen und ihrer Erfahrung im Umgang mit hochwertigen Gütern bilden sie ein wichtiges Bindeglied zwischen dem Hafenumschlag und dem Handel bzw. der verarbeitenden Industrie.
Früher waren die Quartiersleute in den mehrstöckigen Speichern in den alten Lagerhauskomplexen der Speicherstadt tätig.
Heute sind die Firmen, wegen des schnellen Güterumschlags, fast alle aus der Speicherstadt in ebenerdige Lagerräume umgezogen.


Quartiersleute heißen nicht so, weil sie den Waren ein "Quartier" (lat. quartarius = Viertel, Unterkunft) gaben, sondern weil sie sich traditionell zu Vierergruppen zusammenschlossen (lat. quattuor = vier), die nach dem Vormann benannt wurden, wobei die Teilhaber als Consorten firmierten.
Das ergab dann so schöne Bezeichnungen wie zum Beispiel Eichholtz & Consorten.


Den Beruf des Quartiersmann gibt es allerdings nicht mehr. Seit 1976 hat man verschiedene Berufsbilder aus dem Hafen zu einem Seegüterkontrolleur zusammengefasst.





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Autor: Eckhard Pohlmann
Letzte Änderung: 12.06.2003