Gratsägen

Gratsägen wurden meistens von den Tischlern aus alten Sägeblättern, z.B. von der Bandsäge, hergestellt. Das ist auch der Grund für die Vielfalt der Formen.

Günther Heine schreibt in seinem Buch "Das Werkzeug des Schreiners und Drechslers" zum Thema Gratsäge:
Kennzeichen der Gratverbindung sind ein schwalbenschwanzförmiger Grat am Ende eines Brettes oder einer Leiste und eine dazu passende Gratnut in der Fläche eines anderen Brettes. Die Gratnut läuft in fast allen Fällen quer zur Holzfaser. Die Flanken der Nut stehen so im Winkel von 70°-75° zur Holzoberfläche, dass die Nut am Grund breiter ist als an der Holzoberfläche. Das Einschneiden der Nutenflanken erfolgte mit der speziellen, auf Zug wirkenden Gratsäge. Ihr Sägeblatt brauchte für diese Aufgabe weder sehr lang noch sehr breit zu sein, musste aber besonders starr eingespannt sein. Wir finden deshalb bei Gratsägen Blätter von 100 bis 200 mm Länge, die auf ihrer ganzen Länge in einen Griff eingelassen sind. Gratsägen wurden von den Schreinern meist selbst angefertigt, und jeder formte den Griff so, wie er ihm am besten in der Hand lag. Die Vielfalt der Grifformen ist daher bei Gratsägen besonders groß. Eine verbesserte Ausführung erlaubte das Einstellen des Blattes auf verschiedene Tiefen, damit konnte die genaue Schnittiefe mühelos eingehalten werden. Zum Einhalten der richtigen Winkellage wurde eine Führungsleiste mit entsprechender Abschrägung entlang dem Anriss über das Werkstück gespannt und die Säge daran entlang gezogen.

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Autor: Eckhard Pohlmann
Letzte Änderung: 27.09.2004